Pressemitteilung

22.07.2009

SAF-HOLLAND einigt sich mit IG Metall auf Ergänzungstarifvertrag

  • Verschiebung der Tariferhöhung sowie Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld sparen mittleren einstelligen Millionenbetrag
  • Im Gegenzug Standort- und Beschäftigungsgarantien bis 2014
  • CEO Dr. Beutel: „Wichtiges Signal für Vertrauen in die Zukunft“

Bessenbach, 22. Juli 2009 – Die SAF-HOLLAND GmbH hat für ihre Standorte Wörth und Bessenbach mit der IG Metall und der Unterstützung des Betriebsrates einen Ergänzungstarifvertrag abgeschlossen. Damit reagiert das Unternehmen auf die anhaltend schwache Nachfrage im Nutzfahrzeugmarkt. Insgesamt bringt der Vertrag für die Jahre 2009 und 2010 eine Entlastung im mittleren einstelligen Millionenbereich.

„Zusätzlich zu den bereits realisierten Einschnitten wie Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzungen leisten die Mitarbeiter einen Beitrag, um dem Unternehmen durch die Krise zu helfen. Das ist ein eindrucksvolles Signal und zeigt, dass wir gemeinsam an die Zukunft unseres Unternehmens glauben und mit großem Engagement für den Erfolg von SAF-HOLLAND arbeiten“, sagte CEO Dr. Reiner Beutel.

Im Einzelnen ist vorgesehen, das zusätzliche Urlaubsgeld 2009 und 2010 um 50 Prozent zu kürzen. Für 2009 entfällt auch das Weihnachtsgeld vollständig. 2010 wird es zu 50 Prozent im November desselben Jahres ausbezahlt, die zweite Hälfte wird abhängig von der Erreichung bestimmter Unternehmenskennzahlen im April des Folgejahres gezahlt. Zudem wird die tarifliche Lohnerhöhung um 2,1 Prozent von Mai 2009 auf Januar 2010 verschoben. Bei Erreichung bestimmter Unternehmenskennzahlen ab 2011 wird im darauffolgenden Jahr und 2013 eine Rückerstattung des Urlaubsgelds aus 2009 und 2010 erfolgen. Die Beiträge zur Sanierung des Unternehmens ziehen sich durch alle Bereiche von SAF-HOLLAND. So verzichten die leitenden Angestellten und Mitglieder der Geschäftsleitung bereits auf Bonuszahlungen sowie auf einen Teil ihres Jahresurlaubs und Bestandteile ihrer Gehälter.

Im Gegenzug garantiert SAF-HOLLAND den Bestand der Produktionsstätten in Wörth und Bessenbach bis zum 30. Juni 2013. Für 710 Mitarbeiter der Stammbelegschaften wurde darüber hinaus eine Beschäftigungsgarantie bis zum 30. Juni 2014 vereinbart. An beiden Produktionsstandorten wird SAF-HOLLAND zudem eine Ausbildungsquote von mindestens 5,5 Prozent bis Juni 2014 gewährleisten.

„Der Verzicht beziehungsweise die Stundungen sind uns nicht leicht gefallen. Allerdings sichert SAF-HOLLAND umfassende Bestands- und Beschäftigungsgarantien zu. Dies ist in der aktuell äußerst schwierigen Wirtschaftslage nicht hoch genug einzuschätzen“, kommentierte der Verhandlungsführer der IG Metall Aschaffenburg, Matthias Gebhardt, den Kompromiss.

Erleichtert zeigte sich der Betriebsratsvorsitzende des Werks in Wörth, Günther Baumann: „Wenn man bedenkt, dass vor wenigen Monaten noch die Schließung des Werks in Wörth gedroht hat, ist die Standort- und Beschäftigungssicherung für uns von enormer Bedeutung.“ Sein Kollege, Volker Caspers, SAF-Gesamtbetriebsratsvorsitzender aus Bessenbach, sagte: „Die Belegschaft steht in schwierigen Zeiten zur Firma - natürlich auf Grundlage der eigenen Arbeitsplatz- und Existenzsicherung. Wichtig für uns war es auch, die Ausbildung der Jugendlichen als Signal für die Zukunft festzuschreiben.“

„Wir haben mit den Arbeitnehmervertretern einen fairen Ausgleich gefunden“, so CEO Dr. Reiner Beutel weiter. „Zum einen verschafft uns der Tarifvertrag finanziellen Spielraum, den wir in der nach wie vor schwierigen Marktsituation brauchen. Zum anderen haben unsere Arbeitnehmer durch die Bestands- und Beschäftigungsgarantie für sich persönlich Sicherheit für die kommenden fünf Jahre.“ Diese Vereinbarung sei das Ergebnis einer überaus vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit und zeige, dass Management und Arbeitnehmervertreter an einem Strang ziehen, wenn es um die Zukunftssicherung des Unternehmens gehe.

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